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Influencer-Marketing: Unternehmen wollen Markenbotschafter aus dem Social Web 0

Wie die Wochenzeitung HORIZONT berichtet, löst das so genannte „Influencer-Marketing“ zunehmend klassische Werbung an Beliebtheit ab. 100 Marketing-Entscheider wurden in einer Studie befragt, welche Werbeformen sie in Punkto Glaubwürdigkeit bevorzugen. Influencer-Marketing lag noch vor Öffentlichkeitsarbeit, Content-Marketing und klassischer Werbung. Rund 68 Prozent der Befragten wollen 2017 in Influencer-Projekte investieren. Doch ist das wirklich so? Sind YouTube-Stars, Blogger und Instagram-Vorbilder die Richtigen, damit ein Unternehmen mit seinen Produkten Kunden gewinnt und bindet?

Warum suchen Marken nach Influencern – und was bedeutet das für die Stars im Social Web?

Influencer sind für Consumer-Marken tatsächlich sehr interessant, um diese als Markenbotschafter einzusetzen. avatar-1625908_640-1Influencer haben über ihre bevorzugten Kanäle (YouTube, Blog, Instagram und Co) eine hohe Reichweite und hohes Engagement. Das ist sehr attraktiv für Unternehmen, keine Frage. Und doch ist es ein zwiespältiges Geschäft für beide Seiten, denn das Vertrauen der Fans und Follower könnte empfindlich gestört werden.

In den Anfängen des Influencer-Marketings war es noch üblich, dass bezahlte Social-Media-Stars ohne Kennzeichnung für Marken geworben haben – also Schleichwerbung betrieben haben. Diese Wildwestmanier wird immer weniger, da bezahlte Empfehlungen, die nicht als Werbung deklariert werden, zu teuren Abmahnungen führen können.

Heute werden wohl Leser, Fans und Follower immer schneller entdecken, wenn sie es mit bezahltem Content zu tun haben, der redaktionell in den Blog, in das Video oder Bild eingebunden ist. Die Frage ist nur: Was passiert dann mit dem Fan? Gönnt er oder sie dem YouTube-Star seine Einnahmen – oder werden dadurch Enttäuschungen produziert, die zu einem grundlegenden Vertrauensverlust führen?

Im Web ist Glaubwürdigkeit und Vertrauen deshalb ein so hohes Gut, da wir durch die Masse an Botschaften immer mehr gezwungen sind, uns auf unser Gefühl zu verlassen. Keine Frage, dass man seinem Lieblings-Creator die Einnahmen gönnt und es völlig richtig findet, wenn sich dieser über Werbung finanziert – doch die Vermischung von redaktionellen Inhalten und gesponsertem Content wird sicher nicht so kritiklos hingenommen – auch wenn diese Produktempfehlungen als „Sponsored“ gekennzeichnet sind.

Wer einmal lügt…

Menschen, die sich mühsam und mit viel Persönlichkeit, Beziehungspflege und Kreativität eine Community im Web aufgebaut haben, werden sich ganz sicher genau überlegen, welchen Preis sie für ihre Zusammenarbeit mit Marken zahlen. Zumindest ist es wichtig, eine transparente Strategie zu entwickeln, die den Status als Markenbotschafter rechtfertigt und die bei den Fans Zustimmung findet. Das kann dadurch passieren, dass Produkte objektiv getestet werden, das kann dadurch passieren, dass Influencer sich an eine (oder mehrere) Marke/n intensiv binden, die sie wirklich überzeugt hat und mit der sie zukünftig offen und partnerschaftlich zusammenarbeiten.

Doch sich über einzelne Produktempfehlungen zu finanzieren, ist sicher für Influencer keine gute Idee. Sind Fans einmal enttäuscht und fühlen sich betrogen, ist es sehr schwer, diesen Vertrauensverlust wieder gut zu machen. Wir brauchen also mehr Partnerschaften zwischen Unternehmen und Web-Influencern, die einen echten Mehrwert bedeuten für alle Seiten: Creator, Marke – und aufmerksamen Leser und Fan!

Quelle: HORIZONT vom 31.10.16

 

Über Eva Ihnenfeldt

Eva Ihnenfeldt leitet gemeinsam mit Dennis Arntjen das Unternehmensnetzwerk Kmu-digital.net - das Netzwerk von Unternehmen im digitalen Wandel. Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

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